Robert Matthees

Robert Matthees Fotografie, Lyrik, Philosophie geb. 1985 Loge "Zu den drei Schwertern und Asträa zur grünenden Raute" i.Or. Dresden Im Alter von achtzehn Jahren veröffentlichte Robert Matthees "Johann Gottfreid Herder - Versuch einer Biografie" (anlässlich des 200. Todestages am 18. Dezember 2003), das war der endgülige Beginn seiner Suche nach Tiefe in der Postmoderne. Stilpluralismus kennzeichnet seine Lyrik. In Sonetten, Sonettenkränzen, aber auch in Limeriks und anderen Formen verleiht Matthees seinem Streben nach Erkenntnis, Ruhe, Wandel und Einheit Ausdruck. Freimaurerei, Philosophie, Religion und Gesellschaftskritik beschäftigen ihn dabei nahezu täglich. 
Fred vom Bahnhof
 
Wie gern bettel ich hier ganz im Dreck vor dem Hauptbahnhof in meinem Eck. Wie gern trink' ich Morgens meinen Schnaps und schnorr' mir zum Mittag einen Haps. Wie gern leb' ich bloß um da zu sein, niemand stört mich, und ich habe Wein. Wie gern bin ich Abends stets im Rausch, halte mit den Bullen einen Plausch. Wie gern mache ich mir dann mein Bett, zwei, drei Zeitungen, so ist es nett. Wie gern schau' ich Bankern hinterher, ihre Taschen, täglich sind sie leer. - Als ich einer war, da war'n sie voll, doch das Geben war auch nie mein Soll.  Das Individuum


(nahezu verdrängte Gedanken, ein Individuum zu sein) Wenn ich im Scheine der Laternen den Weg zusammen mit ehernen und heimkehrenden Menschenmassen inmitten armer, reicher Klassen bei Straßenlärm herunterlaufe, und nur kurz warte, Tabak kaufe, mir eine drehe, hektisch rauche, da ist's, als ob ich etwas brauche - ja manchmal denk' ich dann an dich. (PS: Wer das "dich" sei? Keine Person mit Namen. Abstraktion. Der Titel: Das Individuelle im Menschen.)  Panta rhei


(eine buddhistische Interpretation des griechischen "panta rhei" - "alles fließt") Ein tiefes Schauen trifft Allheit im tönenden Klang. Eingetaucht ins Nu der Welt bin ich achtsame Stille, Wiederhall des Seins. Das welke Blatt wird ruhend Erde, spendete Atem, war Wasser, fallend aus Wolken, und Sonnenstrahlen ehrten den Tropfen mit sanftem Schein... Grenzenlose Kausalität lässt nichts vergehen; klangvolles Nichts verbindet alles; ewiger Fluss - hier trinke ich Leben.
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