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« Setzungen und andere Ausschweifungen » Die eigenwillige Handschrift des Bodenseekünstlers Christian Lippuner zeichnet sich, besonders in seinen grossformatigen Werken, durch komplexe farbige Liniengefüge aus. Über das Prinzip der Schichtung erschafft er Raumansichten, die sich in ihrer Vitalität und Mehrdimensionalität an urbanen Grundmustern orientieren. Dabei erhebt Lippuner immer auch den Anspruch, hinterfragende Haltungen einzunehmen. Nun kehrt er in einem grosszügig angelegten Zyklus zum Kleinformatigen zurück. Mittels solistisch reduzierter Liniensetzung kreiert er Einzelwelten, die einerseits geschichtenreich ausschweifen, andererseits prägnant Klartext reden wollen. Die einzelne graffiti-ähnliche Linienführung erfährt eine variantenreiche Vervielfältigung. In der kompakten Gesamtplatzierung wird schliesslich eine Rundumsicht geboten, in der sich die Einzelwelt stets im Wechselspiel mit übergeordnetem Zusammenhalt wiederfinden darf. Konkret hebt Lippuner sich explizit von Vorstellungen unbewussten Ausdrucks ab, wie sie etwa André Breton propagiert hat. Im Unterschied zur «Écriture automatique» gehen seine Arbeitsprozesse neben intuitivem Operieren stets mit kritischer Eigenbeurteilung einher. So nimmt er gezielt Setzungen vor, die dann jeweils im freien Spiel zu konkreten Folgeaussagen animieren und in comichafter Erzählweise zwischen dem Nachspüren des kindlich Naiven und des erwachsen Intendierten pendeln. Immer nehmen die Lippunerschen Kosmen den Dialog mit sich selber, aber auch mit uns auf. Indem sie mannigfaltige Querbezüge herstellen, wollen sie zu persönlich und gesellschaftlich relevanter Selbstausforschung aufrufen. Ob lineare Einzel- oder Gesamtwelten, Christian Lippuner agiert komplexe mentale Bewegungen aus, deren Abstraktionsgrad es den Betrachtern erlaubt, sich auf dem Strom eigener Gedankengänge treiben zu lassen. Die vorgestellten Bilderwelten reichen von spielerischen Ausprägungen der Phantasie bis hin zu metaphysischen Inhaltskomponenten. © János Stefan Buchwardt, lic. phil. I Steckborn, Februar 2010  Wo der Faschismus klammheimlich wuchert, 2010 Öl, Ölkreide, Acryl auf Leinwand, 190 × 130 cm
Christian Lippuner 09. April - 09. Mai 2010 Galerie Jeanette Catrina Grundstrasse 16a, CH 8712 Stäfa Vernissage: Freitag, 9. April 2010, 18:00 - 20:00 Uhr Einführung: Martin Preisser, Kulturredakteur St. Galler Tagblatt Finissage: Sonntag, 09. Mai 2010, 11:00 - 13:00 Uhr Apéro: 25. April 2010, 11:00 - 13:00 Uhr Der Künstler ist an allen Anlässen anwesend
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag, 14:00 - 18:00 Uhr oder nach Vereinbarung 043 477 10 50 www.christianlippuner.com www.catrina.ch Christian Lippuner ist Mitglied von visarte.ost, Pegasus Deutschland, signathur schweiz
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